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Taurin



Der Name Taurin ist von "taurus" (Stier) abgeleitet, da diese Substanz in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts in der Ochsengalle gefunden wurde.
Taurin zählt zur Gruppe der Aminosäuren, obwohl es im Gegensatz zu anderen Aminosäuren nicht am Aufbau struktureller Proteine beteiligt ist. Da Taurin vom Körper selbst gebildet werden kann, zählt es nicht zu den essentiellen Nährstoffen. Die zahlreichen Aufgaben, die Taurin im Körper erfüllt, machten es jedoch zu einem beliebten Nahrungsergänzungsmittel. Richtig populär wurde Taurin zur Belebung von Geist und Körper als Zusatz in so genannten Energy Drinks.

Taurin ist Bestandteil einer Reihe kleinerer Proteine und Neurotransmittern (Nervenbotenstoffen), die für Nervenfunktionen wichtig sind. Es kann auch die Zellmembranen im Herzen, in den Nerven und Blutplättchen beruhigen und stärken. Taurin hat außerdem eine antioxidative Wirkung, das bedeutet es macht freie Radikale unschädlich. Zudem unterstützt Taurin die Funktion der Gallensäuren und trägt zu einem gesunden Fettstoffwechsel bei.

Erniedrigte Taurinspiegel werden mit Netzhautdegeneration, retardiertem Wachstum und Kardiomyopathie in Verbindung gebracht. Taurin wird klinisch zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hypercholesterinämie, Anfallsleiden, Augenerkrankungen, Diabetes mellitus, Alzheimer-Krankheit, Leberfunktionsstörungen, Mukoviszidose und Alkoholismus eingesetzt. Personen mit Taurindefiziten sind anfälliger für Gewebeschädigungen durch Umweltgifte wie z.B. Aldehyde, Chlor und bestimmte Amine.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen
In mehreren Studien erwies sich Taurin als sicheres und wirksames Therapeutikum zur Behandlung verschiedener kardiovaskulärer Erkrankungen. In klinischen Untersuchungen ließ sich durch eine Taurin-Supplementation über zwei bis drei Wochen der Cholesterinspiegel im Serum im Vergleich zu Placebo senken. Darüber hinaus trägt Taurin zur Regulation des intrazellulären Kalziumspiegels bei und schützt so auch den Herzmuskel vor Störungen der intrazellulären Kalziumhomöostase, die ihrerseits das Absterben von Zellen und daraus resultierende Herzmuskelschädigungen hervorrufen können. Die vorbeugende Wirkung von Taurin gegen Herzrhythmusstörungen ist gut dokumentiert. Weitere Studien belegen, dass Taurin in der Lage ist, den Blutdruck zu senken.

Anfallsleiden
Die Wirksamkeit von Taurin in der Behandlung von Anfallsleiden wurde in mehreren Studien untersucht. Bei Epilepsie-Patienten lässt sich gehäuft eine Störung des Taurin- und des Glutaminsäurestoffwechsels nachweisen. Vermutlich beruht die antiepileptische Wirksamkeit von Taurin auf seiner Fähigkeit, die Glutaminsäurekonzentration im Zentralnervensystem im Normbereich zu halten.

Netzhautdegeneration
Die Netzhaut von Wirbeltieren enthält große Mengen an Taurin. Bei Katzen konnte nachgewiesen werden, dass ein Taurinmangel die lichtempfindlichen Zapfen der Retina schädigt. Die Folge ist eine dauerhafte Retinadegeneration. Beim Menschen wird ein Zusammenhang zwischen der Retinitis pigmentosa und Störungen des Taurinstoffwechsels vermutet. Das in der Netzhaut enthaltene Taurin reguliert den osmotischen Druck, stabilisiert die Zellmembranen und die Kalziumionenkonzentration, hemmt die Lipidperoxidation nach Exposition gegenüber Oxidantien und verfügt zudem über antioxidative Eigenschaften als Radikalfänger.

Wachstum und Entwicklung
In weiteren Studien, wurden Taurindefizite bei flaschenernährten frühgeborenen und termingerecht geborenen Säuglingen untersucht. In der Muttermilch ist Taurin in hohen Konzentrationen enthalten; diese nehmen jedoch während der ersten Lebensmonate des Säuglings beträchtlich ab. Da der Mensch Taurin nur in begrenztem Umfang selbst synthetisieren kann und die Fähigkeit zur Speicherung von Taurin beim Säugling eingeschränkt ist, ist die Taurinzufuhr mit der Nahrung für eine normale Entwicklung während der Neonatalphase unerlässlich. Untersuchungsergebnisse zu den Wirkungen von Taurin auf Wachstum und Entwicklung des Menschen deuten darauf hin, dass ein Taurinmangel neurologische Defekte wie z.B. Störungen der Motorik und der Hirntätigkeit, Wachstumsverzögerungen und Netzhautdegenerationen nach sich ziehen kann. Auch Tiermodelle und In-vitro-Studien stützen die These, dass Taurin für einen normalen Wachstums- und Entwicklungsprozess unverzichtbar ist.

Diabetes mellitus
Tierexperimentelle und klinische Studien belegen, dass die Taurin-Supplementation bei Patienten mit insulinabhängigem Diabetes mellitus (Typ-I-Diabetes) eine Besserung verschiedener diabetischer Komplikationen bewirkt. Es wurde festgestellt, dass Taurin den Blutzuckerspiegel und den Insulinspiegel günstig beeinflusst und die Glykogensynthese steigert. Darüber hinaus spielt es möglicherweise eine Rolle für die Funktion und die Integrität der Betazellen des Pankreas. Bei insulinpflichtigen Diabetikern war der Taurinspiegel sowohl im Plasma als auch in den Thrombozyten erniedrigt, konnte aber durch eine orale Supplementierung normalisiert werden.

Alzheimer-Krankheit
Bei Alzheimer-Patienten wurden erniedrigte Spiegel des Neurotransmitters Acetylcholin und Störungen des Taurinstoffwechsels beobachtet, Veränderungen, die vermutlich zu dem charakteristischen Gedächtnisverlust beitragen. Bei fortgeschrittenem Morbus Alzheimer war auch die Taurinkonzentration im Liquor cerebrospinalis vermindert. In Tiermodellen gelang es, die Acetylcholinkonzentration im Gehirn durch eine Supplementierung mit Taurin anzuheben.

Leberfunktionsstörungen
In einer randomisierten Doppelblindstudie erhielten Patienten mit akuter Hepatitis und signifikant erhöhten Bilirubinspiegeln orale Gaben von 4g Taurin dreimal täglich nach den Mahlzeiten. Im Vergleich zur Kontrollgruppe gingen bei den mit Taurin behandelten Patienten die Werte für Bilirubin und Gesamtgallensäuren sowie die biliären Glycin/Taurin-Quotienten innerhalb einer Woche deutlich zurück.

Alkoholismus
Studienergebnisse belegen, dass Taurin zur Behandlung von alkoholkranken Patienten von Nutzen ist. Während des Alkoholentzugs bewirkte eine siebentägige Behandlung mit Taurin  eine signifikante Abnahme der psychotischen Episoden im Vergleich zu den Kontrollprobanden. Eine Auswertung von elf Studien an insgesamt mehr als 3000 Patienten ergab, dass sich Rückfälle unter Taurin wirksamer verhindern ließen als unter Placebo.

In der Nahrung kommt Taurin fast ausschließlich in tierischen Produkten wie z.B. Meerestiere, Fische, Innereien, Muskelfleisch und Käse vor.

Bei der Einnahme von Taurin gibt es nur wenige bekannte Nebenwirkungen. Gelegentlich können Magenverstimmungen auftreten, bei Kindern kann sich außerdem die Schläfrigkeit erhöhen.

Diese Information unseres Beratungsteams basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.