Sonnentaukraut
Name: Sonnentaukraut
Botanischer Name: Drosera rotundifolia LINNÉ u. a. Arten
Umgangssprachlicher Name: Sonnentaukraut

Beschreibung:
Diese bis zu 30cm hohe Pflanze zählt zur Familie der Sonnentaugewächse. Ihre gestielten Blätter sind in einer grundständigen Rosette angeordnet und besitzen 5 bis 10mm breite Spreite, welche oberseits und am Rand mit roten, klebrigen Fangdrüsen besetzt ist. Die traubigen Blütenstände sitzen an einem blattlosen Stengel. Die Blüten besitzen 5 kurzbewachsene Kelchblätter und 4 bis 6mm lange, freie Kronblätter. Die Pflanze bildet eine glatte Fruchtkapsel.
Blütezeit: Juni bis August
Vorkommen:
Herkunft: Mittel- und Osteuropa, Nordamerika.
Standort: moorige Wiesen, torfige Sümpfe, Gräben, nasse Felsen, am Ufer stehende Gewässer, nährstoffarme (meist vollkommen kalkfreie) Böden.
Verbreitung: Tiefland bis Mittelgebirgshöhen, vereinzelt bis in die subalpine Stufe. arktische und gemäßigte Zone der nördlichen Halbkugel.
Wirkung:
Die Droge wirkt bronchospasmolytisch (in den Bronchien krampflösend) und antitussiv (gegen Husten). Außerdem sind bakteriostatische (das Wachstum und die Vermehrung von Bakterien hemmende) Wirkungen bekannt.
Nebenwirkung: Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keine.
Anwendung:
Anwendungsgebiete: Die Droge findet Anwendung bei Krampf- und Reizhusten. Wissenschaftlich nicht nachgewiesen, aber häufig genannt sind Heilanzeigen wie Alterskrankheiten (Arterienverkalkung, Bluthochdruck).
Dosierung: Soweit nicht anders verordnet: Mittlere Tagesdosis: 3g Droge.
Art der Anwendung: Flüssige und feste Darreichungsformenzur äußeren und inneren Anwendung.
Besondere Hinweise: Drosera rotundifolia zählt zu den gefährdeten (Rote Liste Stufe 3) und deshalb streng geschützten Pflanzen.
Im Handel erhältliches Kraut stammt meistens von anderen Arten, die teilweise einen geringeren Gehalt an Naphthochinon aufweisen.
Wirkstoff/Droge:
Sonnentaukraut, bestehend aus den getrockneten oberirdischen und unterirdischen Teilen von Drosera rotundifolia LINNÉ, Drosera ramentacea BURCH. ex. HARV. et SOND., Drosera longifolia LINNÉ p. p. und Drosera intermedia HAYNE, sowie deren Zubereitungen in wirksamer Dosierung.
Das Kraut enthält: 0,14 - 0,22% Naphthochinonderivate (darunter Plumbagin und Ramentaceon), berechnet als Juglon und bezogen auf die wasserfreie Droge und Flavonoide.

Literatur:
Bundesanzeiger
Braun, Frohne "Heilpflanzenlexikon", 6.Auflage ; Gustav Fischer Verlag
Dieter Podlech "GU-Naturführer - Heilpflanzen" ; Gräfe und Unzer Verlag
Stary F. u. a. "Heilpflanzen erkennen und anwenden", Gondrom |