Linkempfehlungen:

Schafgarbe, Gemeine

Name: Schafgarbe, Gemeine
Botanischer Name: Achillea millefolium LINNÉ
Umgangssprachlicher Name: Garbenkraut
Sonstige, umgangssprachliche Namen: Garbenkraut, Garbewurz, Grensing, Gerwel, Gotteshand, Grillenkraut, Judenkraut, Schafzungen, Achillenkraut, Venusaugenbrauen, Jungfernaugenbrauenkraut, Saugkraut, Balsamgarbe, Berufkraut, kleines Gliedkraut, Katzenkraut, Kelke, Rippel, Röhlke, Schafzunge

Beschreibung:
Die bis zu 60 cm hohe, behaarte Schafgarbe zählt zur Familie der Korbblütengewächse. Der rundliche Wurzelstock treibt im Frühling Blattsprosse und aufrechte, erst im Blütenstand verzweigte Stengel. Die Laubblätter sind schmallanzettlich, 2- bis 3-fach fiederteilig, mit schräg zur Achse gestellten Abschnitten erster Ordnung. Die Blätter sind in lanzettlich zugespitzte, 0,5 bis 1 mm breite Endabschnitte zerteilt. An den Blattsprossen sind die Blätter in einer grundständigen Rosette angeordnet. Die 4 bis 8 mm breiten Blütenköpfchen stehen sehr zahlreich in einer flachen, doldenartigen Rispe. Die eiförmige 3 - 4,5 mm lange Hülle wird von gelbgrünen, hellbraun bis schwarzbraun, häutig berandeten Hüllblättern gebildet. Die rein weiblichen Zungenblüten stehen zu 4 bis 6 am Rand jedes Köpfchens. Sie haben eine breit-eiförmige, dreizahnigen Zunge und sind weiß, seltener rosa bis karminrot. Außerdem besitzt jedes Blütenköpfchen röhrige, schmutzigweiße Scheibenblüten mit einer fünfzipfeligen Krone, Staubblättern und einem Fruchtknoten. Zwischen den Blüten sitzen auf dem Köpfchenboden häutige Schuppen. Die Fruchtknoten reifen zu länglichen, seitlich kurz geflügelten, bis 2 mm langen, silbergrauen bis gelblichen Früchten ohne Pappus.
Blütezeit: Juni bis Oktober
Sammelgut: Blütenstände und Kraut
Sammelzeit: Blütenstände im Juli bis August; Kraut im Mai bis Juni

Vorkommen:
Herkunft: nördliche gemäßigte Zonen
Standort: trockene Wiesen, Wege, Feldraine, Wiesen, Weiden, unbebaute Grundstücke

Wirkung:
Die Arznei wirkt choleretisch (die Gallenabsonderung in den Leberzellen anregend), antibakteriell, adstringierend (zusammenziehend) und spasmolytisch (krampflösend).
Nebenwirkung: keine

Anwendung:
Anwendungsgebiete: bei Einnahme: Appetitlosigkeit und dyseptische (Verdauungs-) Beschwerden wie leichte, krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich; für Sitzbäder bei Pelvipathia vegetativa (schmerzhafte Krampfzustände psychovegetativen Ursprungs im kleinen Becken der Frau).
Dosierung: Soweit nicht anders verordnet: bei Einnahme: Tagesdosis 4,5 g Schafgarbenkraut, 3 Teelöffel Frischpflanzenpreßsaft, 3 g Schafgarbenblüten ; Zubereitungen entsprechend für Sitzbäder: Tagesdosis 100 g Schafgarbenkraut auf 20 l Wasser.
Art der Anwendung: Zerkleinerte Droge für Aufgüsse sowie andere galenische Zubereizungen zum Einnehmen und für Sitzbäder, Frischpflanzenpreßsaft zum Einnehmen.
Besondere Hinweise: Während des Gebrauchs von Schafgarbe soll Wein und Kaffee gemieden werden, da sonst starke Kopfschmerzen entstehen.
Gegenanzeigen treten auf bei Überempfindlichkeit gegen Schafgarbe und andere Korbblüter.

Wirkstoff/Droge:
Schafgarbenkraut, bestehend aus den frischen oder getrockneten, zur Blütezeit geernteten oberirdischen Teilen von Achillea millefolium LINNÉ s.l., sowie dessen Zubereitungen in wirksamer Dosierung. Schafgarbenblüten, bestehend aus den getrockneten Blütenständen (Doldenrispen) von Achillea millefolium LINNÉ s.l., sowie deren Zubereitungen in wirksamer Dosierung. Die Droge enthält ätherisches Öl und Proazulene.

Literatur:
Bundesanzeiger
Inge Lindt "Naturheilkunde" ; Buch und Zeit Verlags GMBH Köln
Maurice Mességué "Das Mességué Heilkräuter Lexikon" ; Verlag Fritz Molden
Braun, Frohne "Heilpflanzenlexikon", 6.Auflage ; Gustav Fischer Verlag
Dörfler, Roselt "Unsere Heilpflanzen" ; Frankh Verlag Stuttgart
Dieter Podlech "GU-Naturführer - Heilpflanzen" ; Gräfe und Unzer Verlag