Linkempfehlungen:

Rizinus

Name: Rizinus
Botanischer Name: Ricinus communis L.
Umgangssprachlicher Name: Wunderbaum
Sonstige, umgangssprachliche Namen: Wunderbaum, Palma Christi

Beschreibung:
Der zur Familie der Euphorbiaceae gehörende Rizinus-Baum wird bis zu 3 m hoch, in den Heimatländern sogar bis zu 13 m. Er hat sehr große, handförmig geteilte Blätter, mit 5-9 ovalär gespitzten Lappen. Seine Blüten sind unauffällig, die Früchte dagegen sind große, stachelige Kapseln, die aus drei Fächern mit jeweils einem grau-braun-marmorierten Samen bestehen.

Vorkommen:
Herkunft: Tropisches Afrika, vielfach in tropisch/subtropischem, aber auch in gemäßigtem Klima kultiviert

Wirkung:
Rizinusöl hat eine abführende Wirkung, die durch eine Spaltung des Glycerids im Dünndarm durch Lipasen zustande kommt. Die freie Ricinolsäure hat eine antiabsorptive (nicht aufsaugende / verschluckende) und hydragoge (stark abführende) Wirkung. Die Synthese von Prostaglandin E2, das eine Vermehrung der Sekretion von Elektrolyten und Wasser in das Darmlumen bewirkt, wird möglicherweise verstärkt. Der Teil des Rizinusöls, der nicht verseift ist, erhöht die Gleitfähigkeit des Darminhalts und damit die abführende Wirkung. Dabei bleibt die Wirkung aufgrund der Resorption weitgehend auf den Dünndarm beschränkt. Nach der Einnahme tritt die Wirkung bei niedriger Dosierung nach etwa 8 Std. ein, bei hoher Dosierung schon nach etwa 2-4 Std.
Nebenwirkung: Es kann bei häufiger Anwendung zu erhöhtem Wasser- und Salzverlust (besonders von Kalium) kommen. In seltenen Fällen können auch allergische Reaktionen in Form von Hautausschlägen und Magenreizungen auftreten.

Anwendung:
Anwendungsgebiete: Verstopfung, bei entzündlichen Veränderungen im Darm
Dosierung und Art der Anwendung: Soweit nicht anders verordnet werden 10 bis 30 ml (entspricht 1 bis 2 Esslöffeln) auf nüchternen Magen eingenommen. Damit das Öl dünnflüssiger ist, und dadurch leichter einzunehmen, erwärmt man es am besten vorher ein wenig. Rizinusöl sollte nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.
Besondere Hinweise: Gegenanzeigen: Rizinusöl sollte nicht eingenommen werden, wenn die Ursache der Bauchschmerzen nicht klar ist, sowie bei Vorliegen eines Darmverschlusses. Auch bei Vergiftungen sollte Rizinusöl nicht angewendet werden, weil die Aufnahme des Giftes in den Körper dadurch noch schneller wird. Auch bei chronischer Obstipation ist Rizinusöl nicht geeignet, weil der Gebrauch über einen längeren Zeitraum zu Appetitlosigkeit und Dyspepsien (Verdauungsstörungen) führen kann. Die Rizinus-Samen sollen bei einer Einnahme von etwa 20 Stück tödlich sein.
Wechselwirkung mit anderen Mitteln: Durch die möglichen Kaliumverluste kann es zu einer Verstärkung der Wirkung von Herzglykosiden (Digitalis, Strophantin) kommen. Werden während der Einnahme von Rizinusöl gleichzeitig Antihistaminika eingenommen, so kann die abführende Wirkung abgeschwächt werden.

Wirkstoff/Droge:
Rizinusöl, bestehend aus dem fetten Öl der Samen von Ricinus communis, enthält überwiegend einen Anteil an Glyceriden der Ricinolsäure (D-12-Hydroxyölsäure). In den Samen ist auch Ricin, ein hochtoxischer Eiweißkörper, enthalten.

Literatur:
Rainer Braun (Hrsg.) "Standardzulassungen für Fertigarzneimittel. Band 3"; Govi-Verlag
Braun, Frohne "Heilpflanzenlexikon", 6. Auflage; Gustav Fischer Verlag
Wagner, Wiesenauer "Phytotherapie"; Gustav Fischer Verlag