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Preiselbeere

Name: Preiselbeere
Botanischer Name: Vaccinium vitis-idaea LINNÉ
Umgangssprachlicher Name: Moosbeere
Sonstige, umgangssprachliche Namen: Preiselbeere, Moosbeere, Steinbeere, Spreißelbeere, Praußbeere, Reißelbeere, Sprießelbeere, Reusch, Kräuselbeere, Krohnbeer, Wilder Buchsbaum

Beschreibung:
Der bis 30 cm hohe, reich verzweigte, niederliegende Preiselbeerstrauch zählt zur Familie der Heidekrautgewächse. Aus den Achselknospen der schuppig beblätterten Ausläufer entspringen oberirdisch die rundlichen, im jungen Zustand flaumig behaarten, später verkahlenden Sprosse. Die wechselständigen, immergrünen, derben, 1 bis 3 cm langen Laubblätter sind kurzgestielt, meist verkehrt-eiförmig, ganzrandig, vorn abgerundet, oberseits dunkelgrün und unterseits bleichgrün. Ihr schwach gekerbter Rand ist nach unten gerollt. Auf der Unterseite sind die Blätter netznervig und mit braunen, drüsigen Zotten behaart. Die weißen bis rötlichen Blüten stehen zu 3 bis 10 in Trauben und duften schwach. Der Kelch setzt sich aus 5 dreieckigen, bewimperten Lappen zusammen. Die 8 bis 10 mm lange, offene, innen behaarte Krone ist glockig und überhängend. Sie ist bis zur Hälfte fünfspaltig mit auswärts gekrümmten, spitzen Lappen. Die 10 am Grund behaarten Staubblätter besitzen lang zweispitzige Staubbeutel. Der Griffel überragt die Krone. Die zuerst weißen Früchte reifen zu scharlachroten Beeren und enthalten zahlreiche rotbraune bis 2 mm lange Samen.

Vorkommen:
Herkunft: Nord- und Mitteleuropa, Nordasien, Nordamerika
Standort: sandige Nadelwälder, Heiden

Wirkung:
Die Droge wirkt harnwegdesinfizierend, adstringierend (zusammenziehend), appetitfördernd, nervenberuhigend. Sie fördert die Urinabsonderung und verringert zu starken Stuhlgang.
Nebenwirkung: Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Anwendung:
Anwendungsgebiete: entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege.
Dosierung: Soweit nicht anders verordnet:

Einzeldosis:
3 g Droge auf 150 ml Wasser als Aufguss oder Kaltmazerat bzw. 100-210 mg Hydrochinon-Derivate, berechnet als wasserfreies Arbutin.
Tagesdosis:
bis zu 4 x täglich 3 g Droge bzw. 400-840 mg Hydrochinon-Derivate, berechnet als wasserfreies Arbutin.

Art der Anwendung: kleingeschnittene Droge
Besondere Hinweise: Der Gerbstoffgehalt und der Arbutingehalt ist geringer als bei den Bärentraubenblättern.

Wirkstoff/Droge:
Preiselbeerblätter bestehend aus den Blättern von Vaccinium vitis-idaea, sowie deren Zubereitungen in wirksamer Dosierung. Die Droge enthält Arbutin, Salidrosid, Catechingerbstoffe und Flavonoide.

Literatur:
Inge Lindt "Naturheilkunde" ; Buch und Zeit Verlags GMBH Köln
Braun, Frohne "Heilpflanzenlexikon", 6.Auflage ; Gustav Fischer Verlag
Dörfler, Roselt "Unsere Heilpflanzen" ; Frankh Verlag Stuttgart
Dieter Podlech "GU-Naturführer - Heilpflanzen" ; Gräfe und Unzer Verlag