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Niacin

Beschreibung:
Unter dem Begriff Niacin werden die Nicotinsäure und das häufigere und wirksamere Nicotinamid zusammengefasst. Diese beiden Stoffe können vom menschlichen Körper ineinander umgewandelt werden.

Vorkommen:
Folgende Lebensmittel enthalten reichlich Niacin:
Seelachsfilet, Erdnüsse, Weizenvollkornbrot, Champignons, Rindfleisch, Schweinefleisch, Karotten und Aprikosen.

Wirkung:
Das in allen Zellen des menschlichen Körpers vorhandene Niacin bewirkt die Synthese der Coenzyme NAD+ und NADP+, welche Bestandteile von über 200 wasserstoffübertragenden Enzymen sind. Bei Einsatz größerer Niacinmengen können Nebenwirkungen wie Gefäßerweiterungen, Hitzegefühl, Magenschleimhautentzündung und Leberschäden auftreten.

Anwendung:
Anwendungsgebiete: Größere Mengen an Niacin senken den Blutcholesterinspiegel. Therapie und Prophylaxe von Niacin-Mangelerscheinungen (z. B. Pellagra) verschiedener Ursachen, die ernährungsmäßig nicht behoben werden können. Pellegra kann bei einer ernährungsmäßig bedingten Unterversorgung und bei einer Tryptophanintoleranz (Hartnup-Krankheit) auftreten. Der Niacinbedarf steht in proportionalem Verhältnis zum Gesamtenergiebedarf. Der Bedarf ist erhöht bei körperlicher Arbeit und intensiver Sonneneinstrahlung. Schwerarbeiter, Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Niacinbedarf. Primär ernährungsbedingter Niacinmangel kann bei chronischem Alkoholismus auftreten.
Besondere Hinweise: Bei der Lebensmittelverarbeitung beträgt der durchschnittliche Niacinverlust 20%. Der Niacinverlust kommt durch Wassereinwirkung zustande. Hypervitaminose mit Niacin ist nicht bekannt.Antivitamine sind die Sulfonamide.

Bedarf:
Empfehlungen (pro MJ):
<1 Jahr: 1,8-2,2mg
>1<19 Jahre: 1,6-1,7mg
>19<51 Jahre: 1,6-1,8mg
>51 Jahre: 2,0-2,3mg
Schwangere: 1,7mg
Stillende: 1,7mg

Literatur:
Cornelia A. Schlieper "Grundfragen der Ernährung" ; Verlag Dr. Felix Büchner
Prof. Dr. K. Klein, Vitamine, Schneider-Verlag Hohengehren, 1996