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Hirtentäschel

Name: Hirtentäschel
Botanischer Name: Capsella bursa-pastoris MEDICUS
Umgangssprachlicher Name: Beutelschneiderkraut
Sonstige, umgangssprachliche Namen: Hirtentäschelkraut, Beutelschneiderkraut, Geldbeutel, Täschenkraut, Schinkensteel, Kochlöffel, Herzkreitsche, Hellerkraut, Himmelmutterbrot

Beschreibung:
Das bis 40 cm große Gemeine Hirtentäschel gehört zur Familie der Kreuzblütler und überwintert einjährig. Der aufrechte Stängel ist einfach oder abstehend verzweigt, fein gerillt und zumindest im unteren Teil zerstreut behaart. Die grundständigen Laubblätter sind schmallänglich, buchtig gelappt oder fiederspaltig, seltener ganzrandig und stehen in einer vielblättrigen Rosette, die im Herbst und im Frühjahr besonders gut entwickelt ist. Die sitzenden, unregelmäßig gelappten, oder fiederteiligen Stengelblätter umfassen den Stängel mit zwei spitzen Zipfeln und haben einfache und verzweigte Haare. Der zu Anfang doldig gedrängte Blütenstand, entwickelt sich im Laufe der Blüte- und Fruchtzeit zu einer lockeren, blattlosen Traube. Die 1 bis 2 mm langen, eiförmigen,aufrecht abstehenden, grünen, weißhautrandigen Kelchblätter, fallen bald nach dem Verblühen ab. Die Blüte besitzt außerdem 4 weiße, verkehrt-eiförmige, 2 bis 3 mm lange Kronblätter, einen zur Blütezeit sehr kleinen Fruchtknoten, 4 längere und 2 kürzere Staubblätter. Der Fruchtknoten reift zu einem verkehrt-herzförmigen, vielsamigen Schötchen (Hirtentäschel), das mit einem waagerechten Stielchen an der Blütenachse sitzt.
Blütezeit: ruht nur im Winter während langer Frostperioden
Sammelgut: Kraut
Sammelzeit: Mai bis August

Vorkommen:
Herkunft: kosmopolitische Verbreitung
Standort: bebaute und gut gedüngte Felder

Wirkung:
Die Droge wirkt blutstillend. Nur bei parenteraler (Umgehung des Magen- Darm Kanals)
Anwendung: muskarinartige Wirkungen mit dosisabhängiger Blutdrucksenkung und Blutdrucksteigerung, positiv inotrope und chronotrope Herzwirkung sowie Steigerung der Uteruskontraktion.
Nebenwirkung: Nebenwirkungen sind in üblicher Dosierung bei innerer Anwendung nicht bekannt.

Anwendung:
Anwendungsgebiete: Innere Anwendung: symptomatische Behandlung leichterer Menorrhagien (abnorm starke und lange anhaltende Monatsblutungen) und Metrorrhagien (nichtmenstruelle Blutungen aus der Gebärmutter); zur lokalen Anwendung bei Nasenbluten.
Äußere Anwendung: oberflächliche blutende Hautverletzungen
Dosierung: Soweit nicht anders verordnet:
Mittlere Tagesdosis: 10-15g Droge, Zubereitungen entsprechend.
Lokale Anwendung: 3-5g Droge auf 150ml Aufguss.
Art der Anwendung: Zerkleinerte Droge für Aufgüsse sowie andere galenische Zubereitungen zum Einnehmen und zur lokalen Anwendung.
Besondere Hinweise: Bei Einnahme von Saft der Pflanze vorher mit einem Arzt sprechen.

Wirkstoff/Droge:
Hirtentäschelkraut, bestehend aus den frischen oder getrockneten oberirdischen Teilen von Capsella bursa-pastoris MEDICUS sowie deren Zubereitungen in wirksamer Dosierung. Die Droge enthält Flavonoide, Kaliumsalze, Alkaloide, Gerbstoffe und Cholin

Literatur:
Bundesanzeiger
Inge Lindt "Naturheilkunde" ; Buch und Zeit Verlags GMBH Köln
Maurice Mességué "Das Mességué Heilkräuter Lexikon" ; Verlag Fritz Molden
Braun, Frohne "Heilpflanzenlexikon", 6.Auflage ; Gustav Fischer Verlag
Dörfler, Roselt "Unsere Heilpflanzen" ; Frankh Verlag Stuttgart
Dieter Podlech "GU-Naturführer - Heilpflanzen" ; Gräfe und Unzer Verlag