Artischocke
Name:
Artischocke
Botanischer Name: Cynara scolymus LINNÉ
Umgangssprachlicher Name: Artischocke
Beschreibung:
Diese bis zu 1,50m hohe, zur Familie der Korbblütengewächse zählende kräftige Pflanze mit kräftigem Wurzelstock, bildet im ersten Jahr eine Blattrosette und treibt im zweiten Jahr einen aufrechten Stängel. Die großen bestachelten Blätter sind tief fiederschnittig, ohne Stiel am Stängel sitzend, oberseits grün und unterseits etwas heller. Die faustgroßen, einzeln stehenden Blütenköpfe bestehen an der Basis aus einer kugeligen Hülle aus breiten, zugespitzten, im unteren Teil fleischigen Hüllblättern. Die zahlreichen, fünfzipfeligen Röhrenblüten leuchten blau, der Blütenboden ist fleischig.
Vorkommen:
Herkunft: ursprünglich Äthiopien; Mittelmeerländer.
Standort: Kulturpflanze
Wirkung:
Die Droge wirkt choleretisch (Gallenabsonderung in Leberzellen anregend), cholekinetisch (Gallenblasenentleerung anregend) und lipidsenkend (fettgehaltsenkend).
Nebenwirkung: Keine bekannt.
Anwendung:
Anwendungsgebiete: Die Droge findet Anwendung bei dyspeptischen (Verdauungs-) Beschwerden.
Dosierung: Soweit nicht anders verordnet:
mittlere Tagesdosis 6g Droge; Zubereitungen entsprechend.
Art der Anwendung: Getrocknete, zerkleinerte Droge, Frischpflanzensaft sowie andere galenische Zubereitungen zum Einnehmen.
Besondere Hinweise: Gegenanzeigen: Bekannte Allergie gegen Artischocken und andere Korbblütler; Verschluss der Gallenwege.
Bei Gallensteinleiden nur nach Rücksprache mit einem Arzt anzuwenden.
Wirkstoff/Droge:
Artischockenblätter, bestehend aus den frischen oder getrockneten Laubblättern von Cynara scolymus LINNÉ, sowie deren Zubereitung in wirksamer Dosierung.
Die Droge enthält Kaffeoylchinasäurederivate wie Cynarin, Flavonoide und Bitterstoffe. In den frischen Blättern ist Cynarin nur in Spuren vorhanden, es entsteht jedoch während des Trocknens sowie bei der Extraktherstellung.

Literatur:
Bundesanzeiger
Braun, Frohne "Heilpflanzenlexikon", 6.Auflage; Gustav Fischer Verlag |